Wer zahlt wieviel steuern stadt zürich

 Ungleiche Steuerverteilung  Gutverdienende zahlen in Zürich über die Hälfte der Steuern

 

 Neue Zahlen zeigen, wer in der Stadt die grösste Steuerlast trägt – und wer gar keine Steuern zahlt


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       In Kürze: 

  • Gut- und Spitzenverdienende mit über 150’000 Franken steuerbarem Einkommen tragen mehr als die Hälfte der Einkommenssteuern bei.
  • Die Zahl der Gut- und Spitzenverdienenden hat sich in zwanzig Jahren um über 150 Prozent erhöht.
  • Unternehmen, besonders vom Finanzplatz, steuern jährlich rund eine Milliarde Franken zum Stadtbudget bei.

Die Bevölkerung der Stadt Zürich wächst – und mit ihr die Steuereinnahmen: Innert 20 Jahren sind rund 35’000 steuerpflichtige natürlichen Personen und Ehepaare dazugekommen. Doch die Steuerlast ist keineswegs gleichmässig verteilt. Im Gegenteil. 

  

Ein vergleichsweise kleiner Teil der Zürcher Bevölkerung trägt einen erheblichen Anteil der städtischen Steuereinnahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine interne Auswertung des städtischen Finanzdepartements. Darin wird die Entwicklung der Steuererträge von natürlichen Personen und Ehepaaren nach Einkommensklassen von 2002 bis 2022 analysiert.  Die NZZ berichtete zuerst darüber, die Auswertung liegt dieser Redaktion vor. 

  

Zahl der Gutverdienenden wächst

 

Sie zeigt: Über die Hälfte der Einnahmen aus der Einkommenssteuer natürlicher Personen stammt von weniger als 10 Prozent der Steuerpflichtigen. Konkret zahlen 8,6 Prozent der Steuerpflichtigen rund 51,4 Prozent der Einkommenssteuern. Es handelt sich dabei um die Gruppe der Gutverdienenden mit einem steuerbaren Einkommen ab 150’000 Franken pro Jahr. 

  

Die Stadt unterscheidet bei den höheren Einkommen zwischen sogenannten Gutverdienenden mit Einkommen zwischen 150’000 und 500’000 Franken sowie Spitzenverdienenden mit noch höheren Einkommen. Wie die Zahlen zeigen, ist diese Gruppe seit 2002 stark gewachsen: Innerhalb von 20 Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. 

  

2022 zählte die Stadt rund 23’000 Gut- und Spitzenverdienende. Sie generieren zusammen jährlich Steuereinnahmen von über 700 Millionen Franken. 

  

Besonders ins Gewicht fallen dabei die Spitzenverdienenden. Obwohl sie lediglich 0,6 Prozent aller Steuerpflichtigen ausmachen – rund 1600 Personen –, tragen sie knapp 20 Prozent zum gesamten Steuerertrag bei. Als Gründe für das Wachstum dieser Gruppe nennt die Stadt unter anderem den Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland – darunter fallen auch die sogenannten Expats. 

  

Wie eine Auswertung des  Amts für Wirtschaft des Kantons Zürich zeigt, verdienen Zugewanderte in Spitzenpositionen auch mehr:  Der Lohnunterschied zwischen zugewanderten Personen und Schweizerinnen und Schweizern bei den Topeinkommen im Kanton Zürich lag im Jahr 2021 bei 4900 Franken. 

  


Demgegenüber erwirtschaftet die breite Mittelschicht, die rund 70 Prozent der Steuerpflichtigen umfasst, knapp weniger als die Hälfte (47,2 Prozent) der Steuereinnahmen. 

  

Die Mittelschicht bleibt zahlenmässig die grösste Gruppe. Sie umfasst Einkommen zwischen 20’000 und 150’000 Franken und wird in eine untere und eine obere Mittelschicht unterteilt. Absolut gesehen ist ihr Steuerbeitrag in den vergangenen Jahren gestiegen, zuletzt auf über 670 Millionen Franken jährlich. Relativ betrachtet hat ihr Anteil am gesamten Steuerertrag jedoch abgenommen, was vor allem auf die zunehmende Bedeutung hoher Einkommen zurückzuführen ist. 

  

Finanzplatz spielt zentrale Rolle

 

Einkommensschwache Personen – etwa ein Fünftel der Steuerpflichtigen – tragen mit 1,3 Prozent hingegen nur marginal zum Steuerertrag der Stadt bei. Diese Gruppe umfasst rund 60’000 steuerpflichtige Personen in Zürich. Sie zahlen keine oder kaum Steuern. Dazu zählen etwa Studierende, Lernende, Rentnerinnen und Rentner sowie Personen mit sehr tiefem Einkommen. Ihr Beitrag zur Steuerrechnung der Stadt ist gering und liegt bei unter 20 Millionen Franken pro Jahr. 

  


Neben den natürlichen Personen leisten auch Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu den städtischen Finanzen. Im Jahr 2024 zahlten Firmen rund 1 Milliarde Franken an Steuern, während die Einnahmen aus Einkommenssteuern knapp 2 Milliarden Franken betrugen. Hinzu kamen hohe Erträge aus Grundstückgewinnsteuern. Insgesamt nahm die Stadt über 3,7 Milliarden Franken ein.  Eine zentrale Rolle spielt dabei der Finanzplatz, von dem ein erheblicher Teil der Unternehmenssteuern stammt. 

  

Die gesamten Steuereinnahmen der Stadt haben sich seit der Jahrtausendwende nahezu verdoppelt. Gleichzeitig sind jedoch auch die Ausgaben stark gestiegen. Der Steuerfuss liegt deshalb seit 2008 unverändert bei 119 Prozent.  Eine Senkung ist vorerst nicht in Sicht.