17.9.25 UMSTELLUNG VBZ Grösster VBZ-Fahrplanwechsel ändert sieben Tramlinien

14.12.2025 Grösster VBZ-Fahrplanwechsel ändert sieben Tramlinien 


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Änderung bei sieben Linien
«Grösster Fahrplanwechsel» der Geschichte: So fahren die Zürcher Trams ab Dezember

Der 2­er zum Klusplatz, der 11­er ins Seefeld: Am 14. Dezember krempeln die Zürcher Verkehrsbetriebe das Tramnetz dauerhaft um. Welche Strecken sich ändern.





Zwei blaue Trams bei Dämmerung auf einer Stadtstrasse in Zürich, eines mit der Liniennummer 11 und das andere mit der Nummer 2.
Das 2er-Tram fährt künftig an den Klusplatz, nach Bahnhof Tiefenbrunnen fährt der 11er: Reisende in Zürich müssen sich ab dem 14. Dezember umgewöhnen.
Foto: Urs Jaudas
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Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) rütteln an einem Fundament des Stadtlebens. Sieben Tramlinien werden per 14. Dezember 2025 dauerhaft geändert. Zwar bleiben die Nummern und Farben erhalten, doch die Strecken ändern sich. Alte Gewissheiten, wie die, dass der 2er und der 4er durchs Seefeld fahren, werden Geschichte sein.


Zeitgleich zu dieser weitreichenden Anpassung sperren die VBZ die Haltestelle Bahnhofquai für ein Jahr komplett. Das dürfte das Tram-Reisen in der Innenstadt für Gewohnheitsmenschen zusätzlich verkomplizieren. Auch neu geführte Tramlinien müssen gleich provisorische Routen befahren.

Die VBZ sprechen vom «grössten Fahrplanwechsel» ihrer Geschichte. Die wichtigsten Neuerungen in der Übersicht:

Neue Grossbaustelle am HB Zürich

Die Stadt Zürich saniert die denkmalgeschützte Tramhaltestelle Bahnhofquai und baut sie hindernisfrei um. Die Haltestelle wird für ein Jahr gesperrt.

Welche Linien der VBZ sind von der Grossbaustelle betroffen?

Weil die Tramhaltestelle Bahnhofquai saniert und hindernisfrei werden soll, wird sie für ein Jahr komplett gesperrt. Fünf Tramlinien ändern im kommenden Fahrplanjahr dafür ihren Linienweg, wie die VBZ mitteilen.

Die Linie 4 wird an der Bahnhofstrasse zur Linie 13, das Fahrzeug wechselt die Nummer, ein umsteigen ist nicht nötig. Beide Linien verkehren in den Hauptverkehrszeiten im engeren Takt.


Analog wird die Linie 6 am Bahnhofplatz zur Linie 14 und verbindet somit den Zoo mit dem Triemli.

Die Linie 11 wird an der Bahnhofstrasse zur Linie 15 und fährt folgenden Rundkurs: Tiefenbrunnen-Bellevue-Bahnhofstrasse-Central-Tiefenbrunnen.

Die Linie 17 fährt ab Sihlquai/HB weiter bis Bucheggplatz.

Um die Anbindung im Bereich Bahnhofquai dennoch sicherzustellen, setzen die VBZ zusätzlich zwei temporäre Baulinien (50 und 51) ein und fahren vom Frankental über Sihlquai/HB nach Auzelg respektive vom Bahnhof Altstetten-Nord über Sihlquai/HB nach Seebach.

Diese Trams sind eine Art Mischung aus 11 und 13 sowie 4 und 14. Sie erhalten die neuen Nummern, damit keine Verwirrung im Netz entsteht. Südlich des Hauptbahnhofs verkehren die betroffenen Trams weiterhin mit ihren gewohnten Nummern und Farben.

Ausserdem fährt die Linie 10 neu ab Bahnhofstrasse/HB statt ab Bahnhofplatz/HB nach Zürich-Flughafen.

Was bedeutet das fürs Umsteigen beim Hauptbahnhof?

Die Umsteigewege für die Passagiere werden sich verlängern, wenn sie keine andere Route wählen. Wer beispielsweise mit einer der neuen Baulinien von Oerlikon her kommt und am Stampfenbachplatz aussteigt, hat einen weiten Weg zur Bahnhofstrasse. Die VBZ empfehlen daher, gewohnte Wege zu hinterfragen und via App die schnellste Verbindung herauszusuchen.


Warum muss die HaltestelleBahnhofquaiso lange gesperrt werden?

Die Totalsanierung sei nur ohne Trambetrieb möglich, melden die VBZ. Aufgrund der Lage seien die Bauarbeiten besonders anspruchsvoll. Für den barrierefreien Ausbau müsse die Strasse auf Seite HB näher an das Bahnhofsgebäude heran verschoben werden. Gleichzeitig müsse die Zufahrt für die zentrale Anlieferung des Hauptbahnhofs jederzeit gewährleistet bleiben. Hinzu komme: Denkmalschutz und das Shop-Ville erforderten «vorsichtiges, aufwendiges Bauen».

Die Sperrung der Tramhaltestelle Bahnhofquai reiht sich ein in eine ganze Liste von Grossbaustellen ein, die in der Stadt Zürich derzeit für Verkehrsbehinderungen sorgen. Dazu gehören etwa die Baustellen am Bucheggplatz, am Kreuzplatz und an der Bellerivestrasse.

Warum ändern die VBZ die Linienführung – und wieso zeitgleich mit einer Grossbaustelle am HB?

«Wir sind uns bewusst, dass die Baustelle am Bahnhofquai den Fahrplan komplexer macht», sagte VBZ-Direktor Martin Sturzenegger an der Pressekonferenz. Dennoch ist er davon überzeugt, dass es besser ist, wenn sich die Reisenden nur einmal neu orientieren müssen. «Verwirrung entsteht durch die Baustelle sowieso, nun müssen sie sich einmal neu zurechtfinden. Und wenn die Baustelle wegfällt, geht es nahtlos weiter», sagte er.


Zudem braucht es das sogenannte «Tramnetz Süd» gemäss VBZ schnellstmöglich, um die Kapazität zwischen Stadelhofen und Balgrist deutlich zu verbessern. Im Gebiet Lengg werden sechs bestehende Kliniken vergrössert, zudem wurde das neue Kinderspital in Betrieb genommen.

In diesem «Gesundheitscluster» arbeiten rund 9000 Menschen und es werden Zehntausende Patientinnen und Patienten behandelt.

Damit sich die Fahrgäste schnell zurechtfinden, werden in den kommenden Wochen und Monaten drei bunte Maskottchen, sogenannte «Trabulini», an Haltestellen und in den Fahrzeugen auf den Fahrplanwechsel aufmerksam machen.

Wie sieht die Linienführung – ohne Baustelle – im zukünftigen VBZ-Fahrplan aus?

Wer regelmässig die Linien 2, 4, 5, 8, 11, 15 oder 17 benutzt, wird sich dauerhaft umgewöhnen müssen.

Die Linie 2 verkehrt ab Bellevue auf der Route der heutigen Linie 8 zum Klusplatz.

Die Linie 4 fährt nach der Grossbaustelle ab Bellevue über Balgrist nach Rehalp – auf der Route der heutigen Linie 11.

Per Dezember 2025 fährt die Linie 5 von Laubegg via Bahnhof Enge, Paradeplatz und Bellevue zum Bahnhof Stadelhofen. Per Dezember 2026 wird sie zudem verlängert. Dann soll das 5er-Tram während der Hauptverkehrszeiten vom Albisgüetli bis Rehalp fahren. In den Randzeiten verkehrt die Linie von Laubegg bis Stadelhofen. Sonntags fährt die Linie nicht.


Die Strecke auf den Zürichberg übernimmt neu die Tramlinie 8. Sie verkehrt ab Bahnhof Enge bis zur Kirche Fluntern, sonntags bis zum Zoo.

Die Linie 11 führt nach Abschluss der Bauarbeiten per Dezember 2026 neu von Auzelg bis zum Bahnhof Tiefenbrunnen – durch das Seefeld.

Und auch die Linie 15 wird bis zum Bahnhof Tiefenbrunnen verlängert.

Zuletzt ersetzen die VBZ die Linie 8 durch die Linie 17 zwischen Paradeplatz und Stauffacher. Der 17er fährt nach der Grossbaustelle zur Hauptverkehrszeit von Werdhölzli via Bahnhofquai und Paradeplatz sowie über den Bahnhof Selnau und die Haltestelle Stauffacher bis zum Bahnhof Wiedikon.

Was sind die Vorteile der Neuerungen?

Im Vordergrund steht die verbesserte Anbindung des Lengg-Quartiers – vom Stadelhofen, aber auch vom Hauptbahnhof aus.

Direktor Martin Sturzenegger ergänzte: «Wir haben aber das ganze Netz optimiert, nicht nur einzelne Linien, das führt zu mehr Kapazität, mehr Stabilität im Netz.»

Als Beispiel nennt er die «Superlinie 5». Diese verbinde in Zukunft den Uetlihof und das Spitalquartier sowie die beiden Bahnhöfe Enge und Stadelhofen. So werde eine tangentiale Verbindung geschaffen, die den HB entlaste.


Stadtrat Michael Baumer (FDP) betonte an der Pressekonferenz die Wichtigkeit des neuen Tramnetzes. Er wisse, dass neue Streckenführungen ein emotionales Thema seien. Doch die Optimierungen seien ein Ausbau im Bestand, ohne neue Infrastruktur. «Das tun wir, damit wir möglichst viele Zürcherinnen und Zürcher davon überzeugen können, den öffentlichen Verkehr zu nutzen», sagte Baumer.

Was sind die Nachteile?

Die VBZ waren schon bei der ersten Ankündigung 2023 davon überzeugt, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. «In einem Verhältnis von sechs zu eins», wiederholte Baumer am Dienstag.

Verschlechterungen gibt es aufgrund der Neugestaltung der 8er-Linie etwa zwischen dem Bahnhof Stadelhofen und dem Bahnhof Selnau oder dem Helvetiaplatz, hiess es bei der ursprünglichen Ankündigung. Aber auch zwischen dem Albisriederplatz und dem Bahnhof Tiefenbrunnen gibt es aufgrund der Neuführung der Linie 2 keine Direktverbindungen mehr. Aus dem Kreis 4 fehlt zudem mit der neuen Streckenführung des 8er-Trams eine direkte Anbindung an den Paradeplatz.


Die Gesamtkosten für das «Tramnetz Süd» betragen rund 4,5 Millionen Franken pro Jahr. Dafür werden drei zusätzliche Trams und etwa zehn zusätzliche Vollzeitstellen benötigt.

Was ändert sich für Busse und im Nachtnetz?

Neben den grossen Änderungen beim Tram haben die VBZ auch weitere Ausbauten angekündigt. Im Busnetz Zürich-West werden die Anschlüsse von Bus und S-Bahn optimiert. Die Linien 89, 78 und 45 werden verlängert und einzelne Teilstrecken werden getauscht.

Auch im Nachtnetz gibt es Linienanpassungen. Die Linienführungen und Liniennummern werden ans neue Tagnetz angepasst zudem wird öfters auch nach 4 Uhr noch gefahren. Weiter schliessen die VBZ Lücken im Netz: zum Beispiel am Zürichberg mit der neuen Linie N33 oder vom Bellevue Richtung Bahnhof Enge (N5) und Stauffacher (N9).

Meh