algorithmwatch.ch ORGANISATION SCHUTZ VOR KI KÜNSTLICHER INTELLIGENZ













NEWSLETTER 23.9.23 


Hallo

Ein Thema beschäftigt mich derzeit besonders: Diskriminierung durch Algorithmen. Denn algorithmische Systeme dringen zunehmend in unser tägliches Leben ein – etwa, wenn sie unsere Stellenbewerbungen aussortieren, Steuererklärungen automatisch bearbeiten, Krankheiten mittels sogenannter Künstlicher Intelligenz diagnostizieren, Verbrechen prognostizieren oder die Arbeitsmarktintegrationschancen von Geflüchteten vorhersagen sollen. Doch wenn Algorithmen solche Prognosen erstellen, Empfehlungen geben oder Entscheidungen fällen, besteht immer das Risiko, dass sie dabei Menschen diskriminieren.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, haben wir bei AlgorithmWatch CH in den vergangenen Wochen intensiv an einem Positionspapier zu algorithmischer Diskriminierung gearbeitet. Darin zeigen wir auf, wie Algorithmen – oder eben sogenannte Künstliche Intelligenz – diskriminieren, nennen reale Beispiele von Diskriminierung durch algorithmische Systeme, beleuchten den dringenden Handlungsbedarf im Schweizer Gesetz und zeigen Lösungen auf für einen besseren Schutz vor dieser spezifischen Form von Diskriminierung. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Grundsatzpapier wichtige Pionierinnenarbeit leisten – zu einem Thema, mit dem sich in der Schweiz noch kaum jemand sonst so umfassend beschäftigt hat. Nun kämpfe ich mit dem AlgorithmWatch-Team dafür, dass die Herausforderung algorithmischer Diskriminierung von der Politik erkannt und ernst genommen wird. Unser Ziel: Alle Menschen, und nicht nur einige Wenige, sollen von der Verwendung algorithmischer Systeme profitieren!

Unterstütze uns im Kampf für Gerechtigkeit!

In unserer Bundesverfassung steht zwar: «Niemand darf diskriminiert werden.» Doch leider ist der aktuelle gesetzliche Rahmen ungenügend, um einen wirksamen Schutz vor algorithmischer Diskriminierung zu bieten. So betrifft das Verbot von Diskriminierung grundsätzlich nur staatliche Akteure wie etwa Behörden. Denn in der Schweiz existiert kein allgemeines Gesetz, das in genereller Weise Diskriminierung durch Private untersagt. Algorithmische Systeme verbreiten sich jedoch schnell in der gesamten Gesellschaft und werden in grosser Zahl von Privaten entwickelt und eingesetzt.

Darüber hinaus basieren die aktuellen Gesetze darauf, dass die betroffene Person klar identifiziert werden kann. In der Realität algorithmischer Diskriminierung ist es jedoch sowohl den Betroffenen als auch der Gesellschaft weitgehend unbekannt wo, von wem und wozu algorithmische Systeme eingesetzt werden. Dies macht es für Betroffene dann auch schwierig bis unmöglich, überhaupt erst zu erkennen, dass sie von einem Algorithmus diskriminiert wurden. Wenn Algorithmen diskriminieren, erfolgt dies zudem oft systematisch. Dadurch ist potenziell eine grosse Anzahl von Menschen betroffen.

Mein Fazit: Unser Antidiskriminierungsrecht braucht dringend ein Update! Denn aktuell ist die Schweiz ein Paradies für diskriminierende Algorithmen. Das können und müssen wir ändern! Kannst du uns mit einer kleinen Spende unterstützen, das Thema aufs politische Parkett zu bringen?

Ja, ich spende für den Schutz vor Diskriminierung! ☂️

Mit deiner Hilfe machen wir uns stark für eine Schweiz, die den Herausforderungen unserer Zeit gerecht wird. Ob 15, 45 oder 110 Franken: Wir sind dir dankbar für jeden «Batzen».

Vielen Dank für deinen Einsatz für mehr Gerechtigkeit für Betroffene von algorithmischer Diskriminierung!



Herzliche Grüsse
Denis Sorie
Junior Communications- & Campaigns-Manager

PS: Die Schweiz ist ein Paradies für diskriminierende Algorithmen. Das wollen wir ändern. Mit deiner Unterstützung bringen wir das Thema auf die politische Agenda. Danke für deine Spende für Gerechtigkeit statt Diskriminierung: https://algorithmwatch.ch/de/spenden